Fahrradversicherung von Bikmo – Persönliche Erfahrung nach Sturzschaden

Website von Bikmo, 29.12.2019 (Screenshot)

Als ich mir mein neues Rennrad kaufe, denke ich natürlich nicht an einen Unfall. Als er doch passiert, bin ich froh, dass ich versichert bin. Bei einem noch jungen Unternehmen, das bisher kaum jemand kennt.

Ein Rennrad sollte es dieses Jahr sein. Die Auswahl fällt nicht leicht, und am Ende ist es auch nicht ganz billig. Das ist der Moment, als ich mir überlege, mir eine Fahrradversicherung anzuschaffen.

Die ersten Recherchen führen unter anderem zur Stiftung Warentest, und von dort zu den einzelnen Anbietern, unter ihnen die Allianz und andere bekannte Versicherer. Was auffällt: Die Versicherungen sind allesamt ziemlich teuer: Für ein Rad ab 1500 Euro zahlt man oft Preise jenseits der 200 Euro – pro Jahr! Und meistens sind nur Diebstahl und Vandalismus versichert. Für ein teures Rennrad, das ohnehin meist in der Wohnung steht, stellt sich da die Frage: Brauche ich eine solche Versicherung überhaupt?

Das ist der Moment, wo ich anfange, ein bisschen tiefer zu recherchieren – und irgendwann dann beim Googlen auf eine Versicherung mit dem Namen Bikmo stoße. Was der Name genau bedeutet, erschließt sich mir nicht auf Anhieb, aber das Angebot scheint interessanter zu sein als das der bisher angeschauten Versicherungen. Ein Blog schreibt positiv über das Unternehmen, in bekannten deutschsprachigen Medien dagegen scheint es noch nicht vorgekommen zu sein,

Das ist das Versprechen von Bikmo

Bikmo, so heißt es auf der Website, versteht sich als eine Art Freund aller Radfahrer. Als ein Service von Bikern für Biker. Man möchte, so geht der Werbeslogan, den Radler nach einem Unfall oder Diebstahl „so schnell wie möglich wieder aufs Rad bringen“. Das Versprechen also: schnelle Regulierung, freundlicher und verständnisvoller Service.

Was auf Anhieb auffällt: Im Gegensatz zu manch anderem Konkurrenten versichert Bikmo explizit auch Carbonräder, die im Falle eines Unfalls oftmals schwer festzustellende Schäden aufweisen, die im dümmsten Fall sicherheitsrelevant sein können. Zudem macht man auf der Website darauf aufmerksam, dass auch Sturzschäden versichert sind. Das seien, so legen es Statistiken nahe, die häufigsten Versicherungsfälle bei Rädern.

Auch der Preis von Bikmo kann überzeugen. Zwar variiert er je nach Postleitzahl ein bisschen. Pauschal aber lässt sich sagen, dass man ein 2000 Euro teures Rad zwischen 10 und 15 Euro pro Monat versichern kann, bei ständiger Kündigungsmöglichkeit. In Anbetracht der versprochenen Leistungen ein vergleichsweise günstiger Preis.

Hier kann man prüfen, wieviel die individuelle Versicherung kostet.

Der Unfall…

Natürlich hoffe ich zu diesem Zeitpunkt, dass ich nie einen Unfall haben werde. Der Abschluss erfolgt, wie man das von jungen Unternehmen wie Bikmo kennt, komplett online. Mit den sprichwörtlich wenigen Mausklicks ist die Versicherung innerhalb von ein paar Minuten abgeschlossen. Wenige Augenblicke später kommt eine weitere Mail, Betreff: „Du bist versichert!“

Ich weiß nicht, ob ich in den ersten Wochen mit der Versicherung im Hinterkopf wirklich entspannter gefahren bin, als ich das ohne wäre. Fakt ist aber, dass ich froh war, versichert zu sein, als tatsächlich etwas passiert ist. Eines schönen Tages… haut es mich hin. Wer einmal selbst einen Unfall gehabt hat, weiß: Alles geht sehr schnell. Es sind Bruchteile von Sekunden, und plötzlich liegt man da, und kann sich an wenig bis nichts erinnern.

Zum Glück ist „nur” dem Rad etwas passiert: Der Lenker ist ziemlich verbogen, und an einigen anderen Stellen sieht es auch ein wenig aus, als ob mehr kaputt sein könnte, als man auf den ersten Blick vielleicht erahnen könnte. Etwas geschockt bin ich natürlich, und ich ärgere mich unendlich, dass das schöne neue Rad nicht mehr neu aussieht.

Mein erster Kontakt mit Bikmo

Zwei Tage später, am Montag, melde ich mich bei Bikmo. Ohne besondere Erwartungshaltung. Ich stelle mich darauf ein, dass jetzt alles erst einmal dauern wird. Versicherungen sind ja schließlich nicht unbedingt für ihre Schnelligkeit bekannt. Das erste Telefonat ist freundlich. Man bittet mich, online einen Schadensbericht auszufüllen. Das geht ziemlich schnell. Und auch die Rückmeldung von Bikmo kommt prompt. Schon am nächsten Morgen, kurz von neun Uhr, kommt eine Mail. Man habe sich mit dem deutschen Händler, bei dem ich mein Fahrrad gekauft habe, in Verbindung gesetzt, schreibt eine Mitarbeiterin, und hoffe, dass dieser „uns in deinem Fall weiterhelfen kann“.

Dann wird die ganze Sache kompliziert. Weder Bikmo kann dafür etwas, noch ich. Problem ist schlicht, dass der US-amerikanische Hersteller meines Rennrads zur Zeit keine besonders gute Connection nach Europa zu haben scheint. Der Großhändler, von dem ich das Rad habe, scheint am deutschen Generalimporteur der Marke vorbei-importiert zu haben. Und keiner scheint zu wissen, was aktuell Sache ist. Und an Ersatzteile zu kommen, scheint relativ aussichtslos.

So funktioniert das Geschäftsmodell

Über all das spreche ich mit einer sehr netten jungen Mitarbeiterin von Bikmo mehrere Male telefonisch. Ich habe tatsächlich kein einziges Mal das Gefühl, mit einer Versicherung zu telefonieren. Stattdessen sind die jungen Damen, mit denen ich in Kontakt bin, offenbar ehrlich daran interessiert, die Sache möglichst schnell zu regeln. Das Geschäftsmodell des ursprünglich in Großbritannien gegründeten Unternehmens beruht darauf, dass man im Schadensfall zunächst versucht, Ersatzteile für das betroffene Rad zu organisieren. Sollte das nicht klappen (wie in meinem Fall), ist auch eine Ersatzlieferung möglich, also ein neues Rad gleicher Bauart.

Und das ist letztendlich auch der Weg, den Bikmo kurze Zeit später mit mir gemeinsam einschlägt. Im Gegensatz zu Ersatzteilen gibt es glücklicherweise noch Neuräder meines Typs. Damit ich mir eines bestellen kann, überweist Hiscox, der hinter Bikmo stehende große britische Spezialversicherer, mir innerhalb weniger Tage die Versicherungssumme abzüglich der vertraglich vereinbarten 10-prozentigen Selbstbeteiligung.

Neues Rad kann bestellt werden

11 Tage nach meinem Unfall kann ich also mein neues Rennrad ordern. Ohne die Problematik um fehlende Ersatzteile wäre es vermutlich noch schneller gegangen.

Mittlerweile ist der deutschsprachige Ableger von Bikmo mit ursprünglich britischer „Limited“-Rechtsform zu einer deutschen GmbH geworden, mit Hauptsitz in München und Zweigniederlassung im österreichischen Innsbruck.

Für mich steht fest: Preis, Service und persönlicher, herzlicher Umgang sprechen klar für eine Fahrrad-Versicherung bei Bikmo. Durch Kooperationen mit lokalen Radhändlern und anderen Partnern plant man offensichtlich, auch im deutschsprachigen Raum bald bekannter zu werden. Ich bin gespannt, wie sich das noch junge Unternehmen in den kommenden Monaten und Jahren weiterentwickelt, und werde das Ganze mit Interesse beobachten.

Wer sich für die Versicherung konkret interessiert, kann mir gerne schreiben.

Hier kann man prüfen, wieviel die individuelle Versicherung kostet.

Von Ekkehard Kern

Ekkehard "Ekki" Kern ist Journalist. Er interessiert sich unter anderem für die Themen Mobilität, Medien, Film- und Fernsehkultur und Verbraucherfinanzen.