Meine Medien-Schlagzeilen fürs Jahr 2014

Achtung: Im Folgenden lesen Sie nicht ganz ernst gemeinte Schlagzeilen, die sich erst noch bewahrheiten müssen.

Vorauseilender Gehorsam nach N24-Übernahme: TV-Programmdirektion reagiert prompt und kippt freiwillig Reportage über Tuning-Schaufelradbagger. Kabel eins übernimmt vom ehemaligen Schwestersender bereitwillig das Programmpaket „Hämmern, Dübeln, Nageln: Die Heimwerker kommen“ für schlappe 1,4 Millionen Euro (Total Buyout): „Qualität hat seinen Preis!“, „Sendetermin noch offen“

Nach zähen Verhandlungen: Axel Springer kauft „Tagesschau“-App: „Die Öffentlich-Rechtlichen gezielt und nachhaltig infiltrieren“

Auch „Bild“ will „noch mehr mit Online“ machen: Briefeschreiber Franz Josef Wagner soll ab sofort eine tägliche Video-Kolumne liefern – live aus seiner Wohnung in Berlin-Charlottenburg; Unser neuer Dienst „Wagner+ bietet den Mehrwert, den sich die Menschen wünschen und von uns gewohnt sind!“, heißt es aus der Pressestelle.

Karl-Theodor zu Guttenberg, Politiker mit Weitblick und ohne Doktorgrad, wird „Chef für besondere Aufgaben“ bei der FAZ: „Aus dem Erlebten lernen und Politik und Medien sinnvoll und nachhaltig verzahnen“

Späte Rache I: Mathias Müller von Blumencron wird Videochef bei „Welt“/N24 und feuert dort seinen Untergebenen Georg Mascolo, der die weiteren Online-Pläne der „Welt“ vereiteln wollte. Von Blumencron: „Kann Ihnen lediglich versichern, dass dieser Schritt keine persönlichen Gründe hat.“

Mögliche Synergien beim Vertrieb nutzen: „Spiegel“ erscheint künftig doch nicht samstags, sondern als lose Beilage der „Bild am Sonntag“

Nach Videokolumnen-Vorschlag (s. oben) und folgendem Handgemenge mit Franz Josef Wagner: Friede Springer will mit Mathias Döpfners berühmtem Fahrstuhl ins Erdgeschoss des Springer-Hochhauses fliehen, bleibt aber irgendwo in der Mitte und somit in der Redaktion der erst neu zugezogenen „B.Z.“ stecken. Friede Springer: „Keine Chance gegen aufgebrachte Boulevard-Meute, selbst Handtaschenkeule nutzlos!“

Späte Rache II: Leo Kirchs Witwe Ruth kauft die verbliebenen Reste von Axel Springer als Gesamtpaket. Man müsse „den Laden ausschlachten“, um mit sich ins Reine zu kommen

Nach gescheiterter ProSiebenSat.1-Übernahme vor sieben Jahren: Mathias Döpfners Bewegtbild-Zukauf N24 möchte keine News mehr an den Münchener Konzern liefern; ProSieben und Sat.1 verlieren ihren Status „Vollprogramm“ und werden aus den Kabelnetzen sukzessive ausgespeist; ProSiebenSat.1-Vorstandschef Ebeling: „Schwarzer Tag für die Demokratie!“

Opa mit Ambitionen: Ex-Deutsche-Bank-Vorstandschef Rolf Breuer verspricht sich (endlich mal wieder) vor einer zufällig auf ihn gerichteten TV-Kamera und stürzt diesmal Axel Springer nachhaltig ins Chaos; Springer-Chef Döpfner: „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen“

Fliegender Wechsel: Kai Diekmann wird Chef der taz, Ines Pohl übernimmt das Sorgenkind „Bild“. Pohl: „Neue Ideen einbringen. Unterscheidung „links“ und „konservativ“ von gestern!“

Funke verkauft „Hamburger Abendblatt“ an Privatmann Stefan Aust, der Herausgeber der FAZ wird

Coup für den „stern“: Henryk M. Broder schreibt ab sofort mit besonderer Inbrunst und täglich eine wöchentliche Kolumne über Schalten und Walten des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer

Wulff im Schafspelz: Christian Wulff, Ex-Bundespräsident und ungeübt im Umgang mit Chefredakteuren, wird nach dem Weggang Diekmanns bei „Bild“ und Franz Josef Wagners frühzeitigem Ausscheiden bei der Zeitung neuer täglicher Kolumnist des Blattes. Titel der Rubrik: „Mailbox-Nachricht vom Ex“

Keine Lust mehr auf die Öffis: Tom Buhrow wird Geschäftsführer vom Münchener Privatradio Antenne Bayern. Buhrow: „Mehr-Musik-Mix ab sofort auch zur halben und vollen Stunde. Nachrichten völlig überschätzt!“

Im Gegenzug wird Valerie Weber mit sofortiger Wirkung Intendantin des WDR: „Bayerisches Lebensgefühl endlich auch nach NRW bringen! Trimediale Regionalpatriotismus-Offensive

to be continued…

Ekkehard "Ekki" Kern ist Journalist. Er interessiert sich unter anderem für die Themen Mobilität, Medien, Film- und Fernsehkultur und Verbraucherfinanzen.